Feminisierung der Zahnmedizin, na und? Was hat das mit mir zu tun?

Feminisierung der Zahnmedizin, na und? Was hat das mit mir zu tun?

Die großen Herausforderungen in der Zahntechnik sind allen hinreichend bekannt. Neben der stetig steigenden Automatisierung und der damit einhergehenden kontinuierlich steigenden Vergleichbarkeit der zahntechnischen Leistungen, sind hier noch die Generation Y mit ihren besonderen Vorstellungen zu Work, Life und Balance sowie der Dauerbrenner Auslandszahnersatz und nicht zuletzt auch noch die steigende Anzahl der weiblichen Zahnmedizinerinnen zu nennen. Spaßig wird das ganze, wenn der Zahnmediziner weiblich, nach 1985 geboren, Technik affin und mit einer finanziell sensiblen Patientenschaft ausgestattet ist.

Spaß beiseite, lassen Sie uns für einen kleinen Moment den Punkt „Feminisierung der Zahnmedizin“ näher betrachten:

Was für viele Unternehmen in der dentalen Welt noch als Trend gilt, ist schon längst Wirklichkeit. Die Auswirkungen lassen sich bereits in allen Bereichen sehen, lediglich in der Geschlechterverteilung der Kundschaft ist der Trend noch ein Trend, weil er hier in seinem ganzen Ausmaß noch nicht zu erkennen ist. Dem statistischen Jahrbuch 2014/2015 der Bundeszahnärztekammer lassen sich folgende Zahlen entnehmen:

Anteil weiblicher Studienanfänger 2014:                           66,7 %

Anteil weiblicher Studierender WS14/15:                         64,9 %

Frauenanteil der unter 35-jährigen Zahnärzte 2014: 61,1 % (alte Bundesländer)

Frauenanteil der unter 35-jährigen Zahnärzte 2014: 58,8 % (neue Bundesländer)

Frauenanteil der Altersgruppe 55- bis 64:                         29,9 % (alte Bundesländer)

Anteil weiblicher, angestellter Zahnärzte:                          64,0 %

D.h. nahezu jeder zweite Kunde im Dentallabor ist weiblichen Geschlechts und hat damit „weibliche“ Erwartungen an die Bereiche Kundenbetreuung und Akquise. Gendermarketing heißt hier das Stichwort. Wo man hinhört, das Allheilmittel soll das geschlechterspezifische Marketing sein.

Diana Jaffe (Gendermarketingspezialistin und Autorin des Buches „Was Frauen und Männer kaufen) stellt eine 50-prozentige Umsatzsteigerung in einem gesättigten Markt, und von einem solchen können wir in der Zahntechnik sprechen, in Aussicht, wenn man im Marketing die Zielgruppe der Frauen und ihr spezifisches Konsumverhalten im Kaufprozess berücksichtigt.

Was erwarten weibliche Kunden denn nun?

Frauen legen einen größeren Wert auf die Personen hinter dem Produkt. Ihnen ist es wichtig, gute Beziehungen zu ihren Lieferanten zu pflegen. Daraus resultiert häufig auch ein hohes Maß an Loyalität. Sie pflegen einen intensiven Austausch mit ihren Geschäftspartnern, sei es um zahntechnische Arbeiten vorab zu planen oder die Unterstützung ihres Dentallabors beim Arbeiten am Patienten. Auch der Austausch über alle Aspekte unternehmerischen Tuns in der Praxis, also ein Austausch von Unternehmerin zu Unternehmer/-in ist für Zahnärztinnen attraktiv.

Weibliche Kundinnen lesen zwischen den Zeilen. Produkte, insbesondere technischer Natur, werden dann für sie attraktiv, wenn sie sehen, was diese aus ihrer Praxis machen. Also z.B. welche Erleichterung, Verbesserung, welcher Zeitgewinn, usw.

Frauen reagieren sensibel auf das Bespielen von Klischees oder festdefinierten Rollen. Denn gerade das ist es, was die moderne Zahnmedizinerin nicht mehr möchte. Während Männer schlecht gemachte Kundenansprache ignoriern, strafen Frauen diese sogar ab, weil sie sich darüber ärgern.

Empathie, die Fähigkeit zuhören zu können, Produktmerkmale in echten Kundennutzen übersetzen zu können, kurzum alle Merkmale professioneller Kommunikation zu beherrschen sind im Umgang mit weiblichen Kundinnen schon heute und in Zukunft immer mehr unerlässlich.

Überprüfen Sie doch einmal selbst, wie geschlechtsspezifisch Ihre Kundenansprache ist. Gehen Sie bewußt gedanklich in beide Geschlechterrollen hinein. Würden Sie Ihr Produkt kaufen, wenn Sie eine Frau wären oder umgekehrt?

Kürzlich sprach ich mit einem Inhaber eines Dentallabors über das Zahnärztinnen Netzwerk (www.zahnaerztinnen-netzwerk.de). Seine Antwort: „Ach lassen Sie mich doch mit diesem Glucken-Kram in Frieden!“ Ob ein solches Alleinstellungsmerkmal zu Ihrer Positionierung und Ihrer vertrieblichen Ausrichtung passt, können nur Sie beantworten, sicher ist, die Feminisierung wird kommen, jedes Jahr ein klein wenig mehr. Klug ist, wer sich heute mit den unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Zahnärzteschaft, insbesondere der Zahnärztinnenschaft auseinandersetzt und bereits heute ein Antwort für diesen Trend finden.

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren ersten Schritten hin zu geschlechtsspezifischem Marketing. Rufen Sie uns an!