Mitarbeitermotivation – nein danke!

Mitarbeitermotivation – nein danke!

Vor vielen Jahren las ich ein Buch des Autors Reinhard Sprenger, der zu dieser Zeit als Management-Berater in aller Munde war. Der Titel lautete: Mythos Motivation – Wege aus der Sackgasse.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich als Führungskraft zum ersten Mal Mitarbeiterverantwortung und litt unter einem Chef, der täglich meine Motivation mit Füßen trat. Mal stimmte der Umsatz, den ich als seine Mitarbeiterin persönlich erarbeitete nicht, am nächsten Tag wurden aus seiner Sicht die Mitarbeiter nicht ausreichend geführt. Hilflos stand ich als junge Frau vor meinem Chef, weil ich nicht wusste, wie es denn nun richtig sein sollte.

Bei der Lektüre des besagten Buches gingen mir ganze Kronleuchter an. Ja, genau so kam ich mir vor und ja, genau das würde ich mir auch wünschen. Immer wieder erkannte ich mich auf den Seiten des Buches selbst wieder, sowohl in meiner Rolle als Mitarbeiterin, als auch in meiner Rolle als junge Führungskraft.

Ein paar der Inhalte sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben, sicherlich auch und vor allem, weil sie so souverän auf mich zugetroffen haben:

  1. Geld ist kein dauerhafter Motivator. Die Forschung hat herausgefunden, dass sich der Mitarbeiter nach spätestens 14 Tagen an das neue Gehaltsniveau gewöhnt hat und der motivatorische Aspekt damit obsolet ist.
  2. Führen vor allem das Vermeiden von Demotivation. Grundsätzlich kann davon ausgegangen weden, dass jeder Mitarbeiter von sich aus motiviert ist, also gar nicht motiviert werden muss, sondern jede Führungskraft die Aufgabe hat, diese Motivation nicht durch das eigene Handeln kaputt zu machen.
  3. Die Beziehungsebene zwischen einer Führungskraft und seinen Mitarbeitern schlägt immer die Sachebene. Stimmt also die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter, stimmt in der Regel auch die Motivation.
  4. Motivation ist eindeutig Sache jedes Individuums selbst. Aufgabe der Führungskraft ist es, dafür den Raum zu schaffen.
  5. Wirkungsvolle Führung entsteht über Achtsamkeit im Sinne von Selbst- und Fremdachtung, in dem dem Gegenüber unterstellt wird, dass er ohne Belohnung und Bestrafung bereit ist, sein Bestes zu geben.

Mich und mein Führungsverhalten hat dieses Buch nachhaltig beeinflusst. Und obwohl das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, hat es nichts an Aktualität und Attraktivität verloren. In diesem Sinne, ganz nach Reinhard Sprenger ist alles Motivieren Demotivieren.